Die Zukunft der Kinderbetreuung in Hasselroth

Die SPD Hasselroth hat in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung die Diskussion über die Zukunft der Kinderbetreuung in Hasselroth in die Wege geleitet. Im Fokus steht dabei vor allem die Frage, wie der zukünftige Bedarf bei der Betreuung der Kinder unter 3 und über 3 Jahren aussehen wird. Aber auch die Frage, wie es mit der Betreuung der Grundschulkinder weiter geht, steht an. Hierzu sollen entsprechende Programme entwickelt werden, die sowohl in der Pädagogik als auch in der Freizeitgestaltung dem heutigen Standard entsprechen und mit denen letztendlich eine Förderung fachgerecht möglich ist, wenn diese erforderlich ist. Das ist Aufgabe der Schulgremien und benötigt die Zustimmung der gesamten Schulgemeinde. Damit wollen die Hasselrother Sozialdemokraten die gesamte Betreuungssituation in der Gemeinde durchleuchten. Fraktionsvorsitzender Christian Benzing dazu: „Wir betrachten den Betreuungsauftrag der Gemeinde für Kinder von 0 bis 10 Jahren in den verschiedenen Einrichtungen in Hasselroth. Durch die in den letzten Monaten entstandene aktuelle Situation, den Zuzug von Einwohnern, erhöhten Raumbedarf, aber auch durch die geplante Ausweisung von neuen Wohngebieten in der Gemeinde ist klar, dass wir uns jetzt über die Entwicklungen unterhalten müssen, um nicht auf größere Kapazitätsprobleme zu stoßen.“ Schon heute sei die Auslastung der Einrichtungen hoch, daher komme man nicht daran vorbei, über Investitionen nachzudenken. Die Diskussionen müssen sich sowohl um die finanzielle Ausstattung drehen, aber auch die Frage der Räumlichkeiten sei zu überprüfen.
Als inhaltlich falsch bewertete Benzing dabei die Idee der CDU-Fraktion, die sich ausschließlich auf die Hortsituation bezog. Zur Ausweitung der Hortbetreuung sollten Mittel aus dem Kommunalen Investitionsprogramm (KIP) zur Verwendung kommen. Diese Mittel sind jedoch dafür bei weitem nicht ausreichend und außerdem bereits für andere Zwecke veranschlagt. Darüber hinaus sei nicht einzusehen, warum die Gemeinde mit diesen Finanzmitteln für eine Aufgabe des Landes Hessen einstehen soll. Vielmehr müsse das Land als für die Schulkinder zuständig, wenn es den Bildungsauftrag ernst nehme, auch entsprechende Möglichkeiten zur Verfügung stellen um Schule als Lebensraum zu gestalten. Sowohl in Niedermittlau als auch in Gondsroth sind vor Jahren von den damaligen Schulleitungen die Voraussetzungen geschaffen worden, an einem der möglichen Profile für ganztätig arbeitende Schulen teilzunehmen. In Gondsroth wurde durch den Main-Kinzig-Kreis vor Jahren der vorhandene Container mit einer Kücheneinrichtung für immerhin 30.000 Euro ausgestattet. Hier sind Kooperationsmodelle zwischen Gemeinde und Kreis anzustreben. Das Gleiche gilt für die Grundschule in Neuenhaßlau: auch hier steht eine große Küche zur Verfügung.
Im ersten Schritt ist der Gemeindevorstand beauftragt worden, die notwendigen Vorarbeiten für den Sozialausschuss zu erledigen, der zusammen mit dem Gemeindevorstand die notwendigen Entscheidungen ausarbeiten soll. Dabei gelte es, Schulleitungen, Eltern, Erzieherinnen und Erzieher als Fachpersonal sowie den Vorstand des Betreuungsvereins, in die Diskussionen einzubinden.
Ein wesentlicher Anknüpfungspunkt werde dabei die Hortbetreuung, also die Betreuung der Schulkinder in den Einrichtungen der Gemeinde sowie durch den Betreuungsverein, sein, dabei müssten jedoch auch die Schulgemeinden mit an den Tisch geholt werden. Die Vorsitzende des SPD-Ortsvereins und Erste Beigeordnete der Gemeinde Hasselroth Uta Böckel setzt sich seit vielen Jahren mit diesem Thema auseinander und weiß als Vorsitzende des Bildungsausschusses des Kreistags, wo anzupacken. Wir bezuschussen die Betreuung der Schulkinder in Hasselroth jährlich mit fast 250.000 Euro,  obwohl dies eine Aufgabe des Landes ist. Das Land ist für die Schulkinder zuständig. Als nachahmenswertes Beispiel nennt Böckel die Herzbergschule in Gelnhausen-Roth, dort startete der Betreuungsverein „Herzbergschule e.V.“ im Jahr 2006 mit der Betreuung von 5 Kindern. 2008 bewarb sich die Schule im Profil 1 und seit dem Schuljahr 2014/2015 arbeitet die Herzbergschule im Profil 2 für ganztägig arbeitende Schulen, d. h., alle Schüler dort können von 7.30 Uhr bis 16.30 Uhr betreut werden. Mittlerweile nehmen 90 % der Grundschüler dort das Angebot wahr. Dazu müssen allerdings alle an Bord. Das Land Hessen habe aber nun erkannt, dass ein großer Nachholbedarf für die Mittagsbetreuung herrsche und den „Pakt für den Nachmittag“ gestartet. Für die Zusammenarbeit der Gemeinde mit den Trägern der Schulgemeinde bilde dies einen guten Anknüpfungspunkt, um auch in Hasselroth über die Betreuungssituation an den Schulen zu diskutieren. Das Ziel müsse lauten, Hasselroth startklar für zukunftsfähige Grundschulen zu machen.

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