Hasselroth baut nachhaltiges Wohngebäude für Flüchtlinge

Die Gemeinde Hasselroth errichtet auf dem leerstehenden Grundstück an der Dreispitz Neuenhaßlau ein Wohngebäude, welches für Flüchtlinge genutzt werden soll. Dazu wurden bereits im Dezember 2015 Mittel in Höhe von 500.000 Euro durch das Parlament freigegeben, nun hat der Bauausschuss das Konzept des Gemeindevorstands für den Hausbau freigegeben. Da keine Bebauungsplanänderungen notwendig sind und die entsprechenden Anschlussleitungen vorhanden sind, kann schon demnächst mit dem Bau begonnen werden. Im Bauausschuss einigten sich alle Fraktionen auf die Variante der Firma Kreppenhofer, welche einen zweistöckigen Bau mit 4 Wohneinheiten mit jeweils 54qm zum Preis von knapp 430.000 Euro angeboten hat.

Abkehr von den Low-Cost-Häusern in Hasselroth?

Bislang hat Hasselroth die ankommenden Flüchtlinge in angemieteten Wohnungen untergebracht. Im Februar wurden dazu am Sportplatz Gondsroth 4 sogenannte Low-Cost-Häuser errichtet, in denen ebenfalls etwa 20 Personen untergebracht sind. Da davon auszugehen ist, dass auch weiterhin neue Flüchtlinge unterzubringen sind, hat man sich nun dafür entschieden, eine eigene Unterkunft zu errichten. Dafür sprechen nach meiner Ansicht alle Fakten:

  • Die Unterbringung in den Low-Cost-Häusern hat für mich eher provisorischen Charakter. Zwar genügen diese Unterkünfte allen Anforderungen, sollten jedoch nicht als dauerhafte Lösung herhalten. M.E. wäre die Bezeichnung Container treffender, als von „Häusern“ zu sprechen. Ich rate jedem, sich das mal vor Ort anzusehen. Im tiefsten Winter wird das sicher nicht angenehm.
  • Der Wiederverkaufswert von Low-Cost-Häusern dürfte gegen 0 gehen. Der Markt generiert derzeit eine hohe Nachfrage, da viele Kommunen diese Unterkünfte aufstellen. Wenn sich der Schwung der ankommenden Flüchtlinge reduziert, werden diese alle erneut auf den Markt kommen, so dass man diese nicht liquidieren kann. Man könnte Sie nur im Eigenbedarf nutzen, aber da stellt sich die Frage: Wofür?
  • Im Gegenzug ist die Finanzierungslage für den Bau eines richtigen Hauses nach wie vor günstig. Da die Kommune zudem nochmals an günstigere Darlehen kommt, ist die Finanzierung aus Darlehen attraktiv für einen Bau.
  • Die weitere Nutzung des Hauses, wenn in den kommenden Jahren keine Flüchtlinge mehr unterzubringen sind, bietet sich an. Zu lange hat die öffentliche Hand den sozialen Wohnungsbau vernachlässigt, der Wohnungsmarkt in Hasselroth ist – nach meinem Empfinden – gerade im Bereich der kleinen Wohnungen so gut wie nicht vorhanden. Daher haben sich alle Fraktionen dafür ausgesprochen, Geld in die Hand zu nehmen, wenn der Hausbau nachhaltig gestaltet wird und die Wohnungen in den Häusern entsprechend auch vermietet oder vergeben werden können.
  • Weiterhin können auch Privatwohnungen für die Unterbringung angemietet werden. Hier sollten noch weitere Kapazitäten vorhanden sein. Man wird sehen müssen, was am besten geeignet ist. Hier kommt es immer auch auf die einzelnen Gruppengrößen an, auf Geschlecht oder Ethnie. Wie es eben am sinnvollsten ist.

Wie gehts jetzt weiter?

Natürlich gibt es auch bereits Sorge und Kritik. Aber, wir haben uns ebenfalls die Fragen nach Alternativen gestellt. Die Gemeinde ist in der Pflicht, für die Unterbringung zu sorgen, daher müssen wir entsprechend handeln. Wir haben bislang einen Mix an Anmietung und Unterbringung in den eigenen Räumen geführt, das sollte auch weiterhin so gemacht werden. Mittlerweile sind in allen Ortsteilen Flüchtlinge untergebracht. Von den Personen, die wir im letzten Jahr begrüßen durften, sind schon mehrere im Arbeitsleben integriert und scheinen sich in Hasselroth heimisch zu fühlen. Natürlich wird es auch hier Reibereien und Probleme geben, aber diese werden sich kaum vom herkömmlichen Nachbarschaftsstreit unterscheiden.

Wir haben das Thema „bezahlbarer Wohnraum“ zu lange ignoriert. Daher ist diese Investition für mich eine gute, die ich nicht nur unter dem Thema „Flüchtlinge“ sehe, sondern auch unter der Nachhaltigkeit. Uns kommt zu Gute, dass wir entsprechendes Geld in die Hand nehmen dürfen, was uns unter anderen Umständen verwehrt wäre.

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