Und schon wieder ein ausländischer Vergewaltiger…

Das ist doch Wahnsinn!

In Deutschland gibt es jedes Jahr knapp 1.400 verurteilte Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, sprich: Vergewaltigungen. Das sind mehr als 3 pro Tag. Die Dunkelziffer liegt viel höher.

Aber seitdem AFD und Faschos den Vorwurf der „Lügenpresse“ gebracht haben, wird jetzt ausufernd über jeden Fall berichtet, bei dem ein Flüchtling oder generell Ausländer der Tat beschuldigt wird. Und auf einmal fühlen sich alle informiert.

Dadurch entsteht der Hass. Ich fände es richtiger, wenn über diese Taten, wie es früher normal war, gar nicht mehr berichtet wird. Wen es interessiert; Gerichtsverhandlungen sind öffentlich und da kann jeder hingehen. Ein besonderes öffentliches Interesse an solchen Taten liegt nur in Ausnahmefällen vor, das geht auch aus dem Opferschutz hervor. Der Medienwahnsinn, über diese Taten nun in aller Breite zu berichten, bricht alle Rechtsstaatsprinzipien. Und es gefährdet den Rechtsfrieden.

Man stelle sich das Gegenteil vor: Die ersten drei Seiten der Zeitung sind jeden Tag für die 3 Vergewaltigungen reserviert. Dann folgen alle Totschläge (und Morde), gefolgt von den sonstigen erwähnenswerten Körperverletzungen (Massenschlägereien, Messerstecherei) und Drogendelikte.

Straftaten passieren jeden Tag. Das ist grausam, aber es ist schon immer so. Aber wir tun jetzt so, als würde erst geraubt und vergewaltigt, „seitdem die Ausländer hier sind.“

Besonders perfide finde ich das bei den Straftaten der sexuellen Gewalt: Hier sind die Zahlen gleichbleibend, sogar leicht zurückgehend in den letzten Jahren. Aber man sollte Statistiken nicht über interpretieren: Ein Beispiel: Die Zahl der angezeigten Fälle ging hier von 2012 bis 2015 zurück, von 9,8 auf 8,6 Fälle pro 100.000 Einwohner. Das bedeutet? Richtig, ein Rückgang um 13 %. Steigt jetzt die Zahl in 2016 wieder auf einen Wert von 9,5 an, haben wir eine Steigerung von 10% im Vergleich zum Vorjahr. Gibt es dann aber mehr (als 2015) oder weniger (als 2012) Fälle? Was sagt uns das aus?

Im Übrigen: Bei 10 Fällen pro 100.000 Einwohnern sind das alleine 40 Fälle im Main-Kinzig-Kreis, und 50 in Frankfurt. Das ist traurig, aber das ist die Realität.

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