Über die hausärztliche Versorgung in Hasselroth

Die medizinische Versorgung im eigenen Ort, das ist ein Thema, das viele Menschen beschäftigt. Dies gilt umso mehr für Hasselroth, wo im kommenden Jahr durch den anstehenden Ruhestand eines Hausarztes Probleme in der Versorgung drohen.

Um über den aktuellen Stand der gemeindlichen Bemühungen zu informieren, aber auch um gemeinsam mit den Anwesenden neue Lösungen zu erarbeiten, lud daher SPD-Bürgermeisterkandidat Christian Benzing zu einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung in die Gaststätte „Zur Grünen Au“ in Niedermittlau. Um zu verdeutlichen, dass bei diesem Thema auch die überörtlichen Entscheidungsträger gefordert sind, waren die SPD-Gesundheitsexpertin und Bundestagsabgeordnete Bettina Müller und Landrat Thorsten Stolz eingeladen.

Christian Benzing konnte anhand der aktuellen Versorgungszahlen festhalten, dass bereits heute für Hasselroth eine Unterversorgung der Hausarztpatienten vorliegt. Demnach besteht in Hasselroth mit den drei Versorgungsaufträgen, also den drei Hausarztpraxen, eine Abdeckung von 70 Prozent. Auch der Altersdurchschnitt der hiesigen Ärzte, der aktuell 60,3 Jahre beträgt, verdeutlicht, dass bei der Suche nach Nachfolgern Handlungsbedarf bestehe.

Bettina Müller berichtete über die aktuellen Bemühungen des Gesetzgebers, mit denen die Attraktivität des Hausarztberufes gesteigert werden solle. So sei generell die Praxisgründung auf dem Land nicht lukrativ und attraktiv genug. Junge Mediziner, heute übriges zu 70 Prozent weiblich, steuerten vielmehr Angestelltenverhältnisse oder die Niederlassung als Fachärzte an. Daher sei es einerseits notwendig, einen sogenannten Hausarztbonus in der Honorarverteilung zu etablieren. Andererseits sei aber auch eine Reform in der Verteilung der Niederlassungen notwendig. So würden sich die Ärzte mittlerweile überwiegend in den städtischen Gegenden niederlassen, bevorzug auch in Regionen mit hohem Anteil an Privatpatienten.

Landrat Thorsten Stolz konnte ebenfalls über die aktuellen Maßnahmen berichten, die der Landkreis ergriffen hat, um dem Ärztemangel entgegenzutreten. An den Main-Kinzig-Kliniken soll hierfür die Zahl der Ausbildungsplätze erhöht werden, damit mehr Ärzte dann auch im Landkreis bleiben. Ebenso werde der Kreis ab dem kommenden Jahr Stipendien an der medizinischen Hochschule Brandenburg vergeben unter der Maßgabe, dass die Stipendiaten sich verpflichten, im Anschluss an ihre Ausbildung im Main-Kinzig-Kreis zu arbeiten. Auch die Gewinnung von medizinischem Fachpersonal im europäischen Ausland.

Bürgermeister Scharf, der als Gast ebenfalls an der Veranstaltung teilnahm, konnte dazu von den bisherigen Bemühungen der Hasselrother Verwaltung berichten. Gemeinsam mit den Hasselrother Ärzten und Apothekern wurden Werbemaßnahmen eingeführt, um auf Messen und in Krankenhäusern beim Nachwuchs für den Standort Hasselroth zu werben.

Da die Situation in Hasselroth akut bleibe, war für Bürgermeisterkandidat Christian Benzing klar, dass er dieses Thema mit höchster Priorität weiter bearbeiten wolle. Die Gemeinde Hasselroth sei hier gefordert und müsse Lösungen erarbeiten. Dazu könne es gehören, Räumlichkeiten für eine Hausarztpraxis selbst zur Verfügung zu stellen. Aber auch die Kooperation mit den überörtlichen Körperschaften könnten Möglichkeiten anbieten, wenn es etwa um die Ansiedlung medizinischer Versorgungszentren gehe. Verantwortlich sei aber die kassenärztliche Vereinigung, die sich ihrer Verantwortung auch für den Standort Hasselroth viel stärker bewusst werden müssen. Christian Benzing forderte daher die Anwesenden auf, die Diskussion über die Ärzteversorgung in Hasselroth weiter am Leben zu halten und auch allen Entscheidungsträgern klar zu machen, dass Lösungen für Hasselroth notwendig sind.

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